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Vorwort

Liebe Kolpingschwestern, liebe Kolpingbrüder, lieber Gast,

es ist schon eine Weile her, seit wir zum letzten Mal in gemeinschaftlicher Runde zusammensaßen. Fast möchte man es so formulieren: „Es war einmal an einem lauen Frühlingsabend . . .“, denn der Ausnahmezustand, der an jenem Freitag, den 13. März – just am Tage unserer diesjährigen Jahreshauptversammlung – verkündet wurde, hat sich nicht, wie erhofft, als vorübergehendes kurzfristiges Ereignis erwiesen. Nein, er hat sich wie ein lästiger Bazillus in unser Leben eingenistet, und er begleitet uns von nun an, es hat den Anschein bis zum letzten Tage unseres Daseins, sodass wir uns an frühere Zeiten erinnern wie an die liebevollen Märchen aus der Vergangenheit.

Der Versuch, ein bereits fertiggestelltes druckreifes Programm zumindest in abgespeckter Form in die Verteilung zu geben, wurde immer wieder durch wiederholte Entscheidungen der Politiker, den aktuellen Status zu verlängern, verhindert. Die Einschränkungen für die Gastronomie und die Sonderbedingungen, die für Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen gelten, bilden keine Basis für sorgenfreie und unbeschwerte Treffen in heiterer Runde. Die Gesichtsmaske ist zu unserem ständigen Begleiter geworden und im öffentlichen Leben begegnen wir uns mit Abstand wie in einem Lager von Ausgesetzten, um jegliches Risiko einer unerlaubten Berührung auszuschließen.

Die Situation ist festgefahren. Die Corona-Viren sind in Bewegung, die Risiken nehmen zu, ungeduldige Mitbürger lassen sich nicht mehr lange aufhalten. Die gut gemeinten und mit ernster Miene vorgetragenen Appelle hochrangiger Politiker verhallen jenseits der schwindenden Bereitschaft, zusätzliche Einschränkungen widerstandslos hinzunehmen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich die aktuelle Situation noch weiter in die Länge zieht.

Wie sollen wir also Gemeinschaft leben? Wie können wir soziale Kontakte pflegen, ohne gegen stringente Auflagen zu verstoßen? Was dürfen wir tun, um Verbindungen aufrecht zu erhalten, die mehr darstellen als es „drahtlose Fernkontakte“ mit mobilen Endgeräten bieten?

Ehrlich gesagt, im derzeitigen Umfeld gibt es wohl kaum einen Weg, ein geselliges Treffen zu planen, bei dem man sich frei und sorglos in großer Runde zusammensetzt, ohne dabei erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen. Und dennoch wollen wir es wagen, ganz vorsichtig einige Termine anzubieten, damit wir uns nicht vollends aus den Augen verlieren.

Die wenigen Termine, die wir derzeit anbieten können, stehen natürlich unter dem Vorbehalt plötzlicher unerwarteter Ereignisse, die unsere Politiker veranlassen, erneut weitere tiefgreifende Eingriffe in unser gesellschaftliches und soziales Leben vorzunehmen. Wir bitten also darum, auf die täglichen Nachrichten zu achten und im Zweifel bei den zuständigen Leitern nachzufragen.

Ein vorsichtiges Herantasten an ein Vorgehen, das die Aufnahme sozialer Nähe ermöglicht, ohne die derzeitigen erheblichen Einschränkungen zu missachten, sollte hilfreich sein, wenn wir unser zukünftiges Leben auf eine Vielzahl unangenehmer Hygienekonzepte ausrichten müssen.

Ich wünsche uns allen, dass wir gesund über den Winter kommen und dass wir uns auf ein herrliches Frühjahr freuen dürfen.

Treu Kolping!
Josef Fenk